So launchst du erfolgreich eine Crowdfunding Kampagne – Teil 1

Zunächst solltest du dir die Frage stellen, ob dein Produkt oder deine Dienstleistung zum Crowdfunding passt. Du hast vor etwas zu schaffen, dass es in der Form noch nicht gegeben hat, innovativ ist und auch ein Markt dafür vorhanden ist? Dann bist du auf dem richtigen Weg! Willst du lediglich eine weitere Uhr, eine Geldbörse oder ein Multitool finanzieren lassen, wird es schon schwieriger. Die Plattformen sind davon überschwemmt und die Konkurrenz ist rießig. Dann muss es schon etwas ganz besonderes sein, etwas, dass es so noch nicht gegeben hat und sich von der Masse abhebt.

Als erstes ein paar Hinweise bevor wir in die Welt des Crowdfundings einsteigen:

  • Eine Kampagne bei Kickstarter/ Indiegogo bedeutet viel Arbeit und Zeitaufwand. Wenn du nach etwas suchst, um schnell reich zu werden, solltest du besser einen anderen Weg wählen.
  • Dies soll keine exakte Anleitung sein, wie genau du etwas zu machen hast. Wir möchten dir lediglich einen Leitfaden bieten und möglichst alle relevanten Bereiche abdecken.
  • Das Ziel dieser Artikel-Serie soll sein, dass du genügend Informationen hast um selbst eine Kampagne zu starten

Warum Crowdfunding?

Crowdfunding-Plattformen, u.a. kickstarter oder indiegogo, sind vor Allem eins: das ultimative Tool für die Validierung deiner Idee. Es gibt keinen besseren Weg, die Nachfrage an einem Produkt oder einer Dienstleistung zu testen, als die Leute zu bitten, etwas im voraus zu bezahlen, was sie dann erst später bekommen. Das alleine nimmt schon extrem viel Risiko bei der Schaffung eines Produktes, bei dem du sonst darauf hoffst, dass es später eine hohe Nachfrage dafür gibt und letztendlich von den Leuten gekauft wird.

Der wohl beste Teil des Crowdfundings ist, dass man sich eine Community zu seiner Firma oder zu seinem Produkt aufbauen kann und echtes und ehrliches Feedback erhält. Die Rückmeldung der Community sind Gold wert um dein Produkt noch besser an die Bedürfnisse und den Markt an zu passen und zu verbessern.

Wenn du also denkst, dass du in einer Situation bist, in welcher Crowdfunding Sinn macht, solltest du folgende Punkte wissen und bereits fertig haben, um weiter zu machen:

  • ein funktionierender Prototyp (ein 3D Modell ist nicht ausreichend)
  • Kenntnisse zur Produktion und Auslieferunginformationen für alle Unterstützer
  • Zugehörige Kosten vom Launch bis zur Auslieferung

Kickstarter vs. Indiegogo

Um viel Aufmerksamkeit auf deine Kampagne zu bekommen, solltest du dich zwischen einen der beiden Plattformen entscheiden. Kickstarter hat monatlich ca. 27. Millionen Besucher, bei Indiegogo sind es durchschnittlich 9. Millionen. Sie sind mit Abstand die beliebtesten und bekanntesten Anbieter für Crowdfunding-Kampagnen. Natürlich ist dort auch die Anzahl der Projekte höher, dafür hast du die Chance, gleich eine hohe Reichweite zu erlangen und dir, wie oben bereits erwähnt, eine Community aufzubauen, mit der du interagieren kannst.

Bei Kickstarter gibt es außerdem das Alles-oder-Nichts-Prinzip, dass heißt, wenn das Finanzierungsziel nicht erreicht wurde, gehst du auch mit nichts nach Hause. Bei Indiegogo unterdessen kannst du den Betrag, den du erreicht hast, behalten, auch wenn das Ziel nicht erreicht wurde. In diesem Fall musst du natürlich dennoch die Belohnungen an deine Unterstützer versenden. Genau aus diesem Grund launchen viele Start-Ups nach ihrer Kickstarter-Zeit noch eine zweite Kampagne bei Indiegogo.

Viele Designer und Gründer sind allerdings kein Fan der flexiblen Finanzierung. Das Ziel von Crowdfunding ist es, sich ein Minimalziel zu setzen; wird dieses nicht erreicht, wird das Produkt eben nicht auf den Markt gebracht und das Geld geht an die Unterstützer zurück.

vergleich Indiegogo - Kickstarter
Hier siehst du die Hauptunterschiede der beiden Crowdfunding-Plattformen

 

Was es vor dem Start deiner Kampagne noch zu planen gibt

Du hast dich nun dazu entschlossen, ein Projekt auf einer von dir gewählten Plattform starten. Bevor es losgehen kann, müssen allerdings noch ein paar wichtige Dinge geklärt und geplant werden, dazu gehören folgende Punkte:

Länge der Kampagne

Hier kann eine beliebte Zeit bis hin zu 60 Tagen ausgewählt werden. Bedenke aber, dass eine längere Laufzeit nicht gleichzeitig eine höhere Einnahme bedeutet. Die Unterstützer sind vor Allem in den ersten Tagen nach dem Start sowie in der letzen Woche vor Ablauf einer Kampagne am aktivsten. Mit Kicktraq kannst du dir Grafiken und Statistiken zur Finanzierung von ähnlichen Projekten anschauen. Also ein sehr hilfreiches Tool.

Außerdem macht es durchaus Sinn, unter der Woche zu starten, da von Montag bis Freitag einfach mehr Leute online sind als an einem Wochenende. Für das Ende empfiehlt es sich, eine Uhrzeit abends zu wählen.

Das perfekte Start-Datum

Das Datum oder die Jahreszeit können natürlich auch eine große Rolle spielen und den Erfolg deiner Kampagne beeinflussen. Geht es um eine Sonnenbrille, so macht es logischerweise Sinn, im Frühling oder kurz davor online zu  gehen. Hast du ein Notizheft oder einen Planer, so ist es am besten, kurz vor Schul- oder Studienbeginn anzufangen. Natürlich gibt es auch Produkte oder Dienstleistungen, bei denen es keine Rolle spielt, wie das Wetter ist oder wann die Schule anfängt. Man sollte aber dennoch einen passenden Zeitraum wählen.

Wie hoch ist mein Finanzierungsziel

Hier solltest du dir die Frage stellen, wie viel Geld du minimal benötigst, um erfolgreich produzieren und an alle Unterstützer problemlos ausliefern zu können. Viele Start-Ups wählen hier ein Finanzierungsziel, welches sie schnell übertreffen können, aber das oben genannte Ziel berücksichtigt. Rechne also vorher durch, wie hoch die Produktions- und Auslieferungkosten sein werden, und passe das Funding-Ziel dementsprechend an. Wichtig ist hier vor Allem der Fakt, das die Menschen immer auf der Gewinnerseite sein wollen. In diesem Fall dein Projekt zu unterstützen, welches das Ziel auch garantiert erreicht. Setzte also auf keinen Fall zu hoch an, das schreckt den potenziellen Unterstützer meist nur ab. Hilfreich kann es außerdem sein zu schauen, welche Finanzierungsziele ahnliche Projekte hatten und ob diese erreicht wurden.

Belohnungen, Early-Bird Specials und Stretch-Goals

Überlege dir, mit welchen Belohnungen du einen Besucher dazu bekommst, dein Projekt zu unterstützen. Der Großteil aller Gründer wählt hier Belohnungen mit ansteigenden Stückzahlen bei besser werdendem Preis pro Stück. Üblich sind auch Spenden zwischen 1€ und 5€; hier bekommen die Unterstützer in der Regel ein Dankeschön in Form einer Email, einem kostenlosen Wallpaper oder sie werden unter allen Unterstützern aufgelistet.

Immer beliebter werden auch die Early-Bird Specials, welche am Anfang deiner Kampgane, also in den ersten 48 Stunden dazu dienen soll, Menschen zum Unterstützen zu bringen. Dies gelingt durch einen kleinen Rabat, eine frühere Lieferung, eine limitierte Version deines Produktes oder einen Bonus zum normalen Reward.

Desweiteren erfreuen sich Stretch-Goals immer größerer Beliebtheit. Sie funktionieren nach dem Prinzip „Wenn folgender Betrag erreicht wird, dann bekommst du folgendes zu deiner Lieferung hinzu“. Dies ist zusätzliche Motivation für den Unterstützer und sollte deinem Projekt nochmal einen Schub geben.

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Beispiel Self Journal (Kickstarter): So könnten deine Rewards aussehen

In Kürze folgt der zweite Teil unseres Blogartikels „So launchst du erfolgreich eine Crowfunding Kampagne“. In diesem wird es hauptsächlich um die Kampagne selbst gehen, das Video sowie den optischen Aufbau.

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